Kokarden in verschiedenen Formen und Farben
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Kokarden in der Kaiserlichen Armee 1914-1919

Innerhalb dieses Beitrages werfen wir einen Blick auf die Kokarden, wie sie an den Feldmützen, Pickelhauben und sonstigen Kopfbedeckungen innerhalb der deutschen Kaiserlichen Armee getragen wurden. Dabei gab es zum einen Unterschiede in den Formen sowie in den Farben. Die Farben zeigten, abgesehen von der Reichskokarde, die Herkunft der jeweiligen Landesteile an, wie z.B. Preußen, Bayern, Sachsen und auch kleineren Herzogtümern. Hier soll in erster Linie ein Überblick über die Farben der Kokarden folgen, da die Kokarden an vielen Kopfbedeckungen, wie der Feldmütze, der Pickelhaube, dem Tschako und weiteren getragen wurden. Also wird in dem ersten Teil einmal allgemein der Entwicklung der Kokarden nachgegangen. Im zweiten Teil kommen wir auf die unterschiedlichen Formen, wie sie an den Kopfbedeckungen während des Ersten Weltkrieges getragen wurden, näher zu sprechen. In meinem (englischsprachigem) Video über die Feldmützen behandele ich auch die Kokarden:

 

Die Kokarden im 19. Jahrhundert

Deckblatt zur Einführung der Reichskokarde 1897

Die preußische Nationalkokarde wurde am 22.02.1813 eingeführt. Nach kriegsm. Verord. vom 04.11.1842 sollte auf dem Besatzstreifen der Feldmütze die Kokarde angebracht werden. Zwischenzeitlich wurde vom 21.03.1848 bis zum 19.04.1850 an der Feldmütze, bis ins Jahr 1851 an der Pickelhaube, eine schwarz-rot-goldene Kokarde eingeführt und schnell wieder abgeschafft.

Weiter wurden bis zum Jahr 1867 nur die Staats-Kokarden verwendet, wie die preußische in schwarz-weiß. Von da an kam die Kokarde des Norddeutschen Bundes in Gebrauch, die schwarz-weiß war. Bereits 1871 wurde die Reichskokarde angedacht, bis diese durch die entsprechende Verordnung am 22. März 1897 eingeführt wurde. Diese war in den Farben schwarz, weiß und rot gehalten und wurde nicht nur auf den Feldmützen, sondern auch auf den übrigen Kopfbedeckungen eingeführt.

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Die Farben

Die Farben der Kokarden waren abhängig von der Herkunft der Truppenteile. Jedes Regiment hatte die Reichskokarde als zusammenhängendes Element seit 1897. Dabei gab es nicht nur die der größeren Staaten, wie Preußen mit der schwarz-weißen, Bayern mit der blau-weißen und Sachsen mit der grün-weißen Kokarde, sondern auch viele der kleineren Staaten, Herzogtümer und Stadtstaaten. So hatten die Hansestädte wie Hamburg oder auch Lübeck eine weiße mit einem roten Kreuz, Braunschweig gelb-blau, Schaumburg-Lippe blau-rot-weiß, neben vielen weiteren. Die Tafel, die dem Beitrag hier beigefügt ist, gibt einen wunderbaren Überblick über die unterschiedlichen Farben, die die Kokarden haben konnten.


Kokarde

Einen weiteren Typ machten die Kokarden der Reserve und des Landsturms aus, die durch ein silbernes bzw. goldenes Kreuz die Zugehörigkeit der Träger zusätzlich diesen Formation kenntlich machten. Das zählt jedoch nur für die Kokarden, die auf den Feldmützen Verwendung fanden. Wobei es hier häufig eine Frage der Verfügbarkeit war, sodass diese Formationen auch häufig auf die normalen Kokarden zurückgriffen.

 

Die Formen

Diese hatten unterschiedliche Formen. Die Nationalkokarden waren in der Regel rund, liefen zum äußeren Rand mit Zacken aus und fanden sich an der linken Seite der Kopfbedeckungen. Die Formen und die Machart der Landeskokarden variierten je nach Kopfbedeckung und Verfügbarkeit. So waren die Landeskokarden an den Pelzmützen, Tschakos, Tschapkas usw. länglich Oval. Diese wurden mittels eines Drahtes und einer Lasche an der jeweiligen Kopfbedeckung befestigt, sodass sich diese nach oben hin etwas abhoben, wie im Beitragsbild zu sehen. Diese bestanden häufig aus einem Holzkern, der entweder mit Filz oder auch speziellen Schnüren bezogen war.

An den Feldmützen dagegen befanden sich Kokarden, die aus Blech gestanzt waren, einen gezackten Rand hatten und in der Folge lackiert wurden. Diese waren mit zwei Löchern zum Aufnähen zu finden, es gab aber auch Variationen mit zwei Splinten an der Rückseite. Diese konnten einfach darüber an dem Trägerstoff befestigt werden.

 

Kokarden und die Soldaten des II. Standes

Soldaten des II. Standes hatten durch vorhergehende Taten und damit einhergehendem Fehlverhalten eine Verurteilung erhalten. Bei weiter unverbesserlichen Delinquenten oder auch als “unwürdig” erachtete Personen wurden diese zu den Disziplinartruppen versetzt. Damit hatten die Verurteilten ihre Ehre verloren und wurden in Strafkompanien versetzt. 

Dazu gehörten auch Arbeiter-Abteilungen, die unter Aufsicht verschiedene Arbeitsdienste verrichten mussten. Neben anderen Erkennungszeichen war es ihnen verboten, die Kokarden an ihren Mützen zu tragen. Ihnen war lediglich die Nationale erlaubt. Diese sind näher in Knötel-Pietsch-Collas Uniformkunde beschrieben.

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Fazit

Bei den Kokarden handelt es sich um ein kleines aber feines Detail, das gerade zum Anzeigen der Herkunft bzgl. der Staaten sehr wichtig war. Erst bei den Stahlhelmen kamen diese nicht mehr zum Einsatz, ansonsten finden diese sich bei allen möglichen Kopfbedeckungen in unterschiedlichen Formen. An den Feldmützen wurden die Kokarden bis Ende des Krieges und darüber hinaus getragen, bis diese durch Bestimmungen durch andere abgelöst wurden.

Auch wenn es Bestimmungen gab, gab es eine schiere Vielzahl an unterschiedlichen Formen, die sich kaum näher bestimmen lässt. Die Farben waren zwar einheitlich gehalten, nur das Erscheinungsbild der Kokarden hatte eine sehr hohe Varianz.

 

Quellen

Gedruckte Quellen:

Pietsch, Paul: Formations- und Uniformierungsgeschichte des preußischen Heeres 1808-1910, Berlin 1911, Band 1 und 2.

Kraus, Jürgen: Die Feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907-1918, 2. Auflage, Wien o.J., Band 1 und 2.

Knötel, Herbert/Pietsch, Paul/Collas, Werner von: Uniformenkunde. Das Deutsche Heer. Friedensuniformen bei Ausbruch des Weltkrieges, Hamburg 1937.

 

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